Grenzenlos Kultur Vol. 10
Int. Theaterfestival
11.-27. September 2008,
Mainz

Cie Création Ephémère (Millau/F): ZOLL
Donnerstag, 11. September, 20.00 Uhr

Ein Mann, geboren im Konzentrationslager von Schaffhausen, versucht, die Geschichte seiner Herkunft zu rekonstruieren. Vor allem aber malt er sich das Zusammenleben der Menschen aus, mit denen er diese ersten Monate seines Lebens verbracht hat: Behinderte genauso wie Widerstandskämpfer, Juden, Sinti und Roma - eine Zwangsgemeinschaft der Unerwünschten und Verfolgten. ZOLL ist ungefähr die Lebensgeschichte des Autors Michel Genniaux, die er eigens für die Compagnie Création Ephémère als Stücktext verfasst hat. Das Ensemble hat dafür eine Abfolge starker, hochemotionaler Bilder gefunden, die noch inmitten allen Schreckens die Hoffnung aufblitzen und Utopien entstehen lassen. „Großartig im darstellerischen, musikalischen und stimmlichen Ausdruck, von unbegrenzter Menschlichkeit. Einzigartig diese geistig behinderten Schauspieler, so treffend, so berührend in ihrer Sprechweise, so poetisch in ihrer Bühnenpräsenz.“ (L´Alsace)

Mit: Noémie Churlet, David Dijols, Vincent Dubus, Jean-Pierre Escalle, Marie des Neiges Flahaut, Jean-Raymond Gelis, Bernadette Gueguen, Florence Hugot, Maud Kergenmeyer, Vincent Perez, Serge Roussel, Christine Soret, Regie: Philippe Flahaut In französischer Sprache mit Übertitelung.
Euro 13 / 7 ermäßigt


Warum Warum
Eine Theaterrecherche von Peter Brook (Deutschlandpremiere)
Freitag, 12. September, 20.00 Uhr
Samstag, 13. September, 20.00 Uhr

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehört Peter Brook zu den maßgeblichen Theaterschaffenden der Welt. Mit seinen legendären Shakespeare-Inszenierungen hat er die Sicht auf diesen Dramatiker grundlegend verändert, mit seinem Buch „Der leere Raum“ verhalf er der Vision eines unmittelbaren, lebendigen, sich ständig erneuernden Theaters zu einem bis heute wesentlichen Manifest. In „Warum Warum“, seiner zweiten deutschsprachigen Inszenierung und erst vor kurzem am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt, erforscht Peter Brook zusammen mit Miriam Goldschmidt, die in vielen seiner Stücke weltweit mitspielte, den kreativen Prozeß des Theaters. Ausgangspunkt sind Texte der wichtigsten Begründer der Theatermoderne: Meyerhold, Craig, Dullin, Artaud. Und natürlich von Shakespeare, auf den Brook immer wieder zurückkommt. Er zeigt den künstlerischen Prozeß als Weg eines ständigen, dynamischen Zweifelns und Fragens im Austausch zwischen Schauspieler und Publikum: Warum? Warum? Miriam Goldschmidt erzählt, rezitiert, spielt im minimalen Raum von Peter Brooks einfach ausgestatteter Bühne, in dem alles seine Bedeutung, aber auch seine Leichtigkeit hat.

Mit: Miriam Goldschmidt, Livemusik: Francesco Agnello, Text: Peter Brook und Marie-Hélène Estienne, nach Texten von Antonin Artaud, Edward Gordon Craig, Charles Dullin, Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold, Zeami Motokiyo und William Shakespeare, Produktion: Schauspielhaus Zürich, Coproduktion: Teatro Garibaldi di Palermo / Bart Production s.à.r.l.,
Regie: Peter Brook

Euro 13 / 7 ermäßigt


Ex---zentriker außergewöhnliche Schauspieler
Ausstellungseröffnung Sonntag, 14. September, 19.00 Uhr

Eine Ausstellung mit Fotografien außergewöhnlicher Schauspieler/innen, Artist/innen und Tänzer/innen, wie sie auf den Bühnen von Freak- und Fernsehshows, Zirkus und Theatern zu sehen waren und sind, und Audioinstallationen mit Texten aus Literatur, Wissenschaft und Journalismus. Die Besucher/innen sind dem Spannungsfeld von fotografischer Darstellung, Audio-Kommentar und eigener Wahrnehmung ausgesetzt. Die dadurch hervorgerufenen Irritationen lassen die Grenzen von Exzentrik und Normalität verschwimmen ...

Idee und Umsetzung : Birgit Güde
Die Ausstellung findet statt im Rahmen einer Masterarbeit am Institut für Kunst im Kontext,  Universität der Künste Berlin - Öffnungszeiten: 15.-19. September, 21.-26. September, jeweils ab 18.00 Uhr

Eintritt frei


Bernadette La Hengst Solo-Konzert
Sonntag, 14. September, 20.00 Uhr

Bernadette La Hengst ist ganz die Ausnahme im Pop aus deutschen Landen – als Singer/Songwriterin, die hauptsächlich auf elektronischer Basis arbeitet, und als politische Künstlerin, die mit (post-)feministischen Statements vehement dem rückwärts gewandelten Frauenbild unserer Tage widerspricht. Bernadette La Hengst, ehemals "Die Braut haut ins Auge", weiß auf wunderbar schlaue Weise das Politische mit dem Privaten zu verknüpfen, ihre Musik besticht durch subversive Schönheit – und groovt dabei auch noch gewaltig!

Euro 7 / 5 ermäßigt


Grusomhetens Teater (Oslo/NOR):
Den Stygge Andungen / Das Hässliche Entlein
Dienstag, 16. September, 20.00 Uhr

„Das Hässliche Entlein“, in Anlehnung an Hans Christian Andersens Märchen für Erwachsene erzählt, ist eine komplexe, symbolreiche Auseinandersetzung mit der Figur des Außenseiters und den Strategien gesellschaftlicher Ausgrenzung. In fragmentarischen Annäherungen variiert das „Theater der Grausamkeit“ das Thema, die eigentliche Geschichte des hässlichen Entleins bildet nur eine Episode, der ungleich verwickeltere szenische Übersetzungen zwischen bizarrem Hofstaatleben, NS-Geschichte und unheilvoller nervenärztlicher Praxis folgen. Ästhetisch hat sich der Regisseur Lars Øyno dem Theaterbegriff Antonin Artauds verschrieben und daraus eine eigene Theatersprache geschaffen, die einzigartig ist. “Der ‘verschwenderische Reichtum an Ausdrucksformen’ (so Artaud im namensgebenden Manifest), aus dem die Aufführung schöpft, verleiht noch den unergründlichsten Momenten eine große Kraft.” (Theater der Zeit)

Mit: Odille Heftye Blehr, Lars Brunborg, Hanne Dieserud,  Jimmie Jonasson, Rita Lindanger, Tuva Moen, Vilde O. Rommetveit, Robert Skjærstad, Camilla Vislie, Regie: Lars Øyno

Eintritt: EUR 13 / 7 ermäßigt


Christiane Rösinger: Das schöne Leben
Lesung und Musik
Mittwoch, 17. September, 20.00 Uhr

Ist Müßiggang, Melancholie und Boheme mit dem Menetekel Hartz IV vor Augen überhaupt noch möglich? Auf diese Frage antwortet Christiane Rösinger in ihrem superben Prosaband „Das schöne Leben“ mit einem herrlich lakonischen „Tja...“ Und Rösinger weiß, wovon sie erzählt: Über zweieinhalb Dekaden gekonntes Ausgehen in Berlin, mit den „Lassie Singers“ immer ganz knapp an Ruhm und Reichtum vorbei gesegelt, als Wirtin der „Flittchenbar“ bereits Legende jenseits der Event-Kultur. In ihrem literarischen Debüt läßt sie all diese Lebensstationen Revue passieren: Von einem badischen Kaff als junge Mutter bis hinein in die Jetztzeit, wo sie als Kopf der Band „Britta“ ihren Lebenswandel als Low-Fi-Bohemian perfektioniert – und jetzt den Freunden des Nachtlebens mit auf dem Weg geben kann: „Der neue Optimismus fußt auf einer Handvoll positiver Grundannahmen: Es ist nicht alles schlecht. Wir kommen schon irgendwie zurecht. Es könnte schlimmer sein. Das Leben ist doch manchmal recht schön. Wir werden die Sache beobachten.“ Mit im Gepäck freilich die Gitarre und ein bisschen Multimediales.

In Kooperation mit dem LiteraturBüro Mainz.

Euro 7 / 5 ermäßigt


Theater RambaZamba (Berlin/D)
Kkaffee Leben und Tod (Wiederaufnahme)
Donnerstag, 18. September, 20.00 Uhr
Freitag, 19. September, 19.00 Uhr

Am 5. Juli 1997 begann das erste Festival Grenzenlos Kultur mit der Aufführung „Kkaffee Leben und Tod“. Eigens für die zehnte Auflage hat Theater RambaZamba diese turbulent-surrealistische Inszenierung wieder aufgenommen, die auch für das Ensemble selbst der Start seiner erfolgreichen Theatertour durch Deutschland und Europa war! Es wurde lange ersehnt, das alte „Kkaffee“, nun ist es wieder da, in neuem Gewand und mit Llatte Kkaffee, aber auch mit vielem, was vor 11 Jahren begeistert hat – dem sentimentalen Akkordeon, den eifersüchtigen Damen, all den Begegnungen im Kkaffee der Phantasie. Aus einer notorisch-langweiligen Geburtstagsfeier waren sie geflohen ins Kkaffee, einen Ort des scheinbaren Unsinns, wo alles bestellt werden kann, wovon man träumt: Liebe, Eifersucht, Wackelpudding mit Hähnchenwahnsinn, Eisbein mit Strümpfen, Kkaffee oder Teerapie oder... „Dass Ausgrenzung in die eigene Isolation führt, ist so einleuchtend und zugleich so spielerisch wohl noch nie dargestellt worden.“ (Martin Linzer, Theater der Zeit)

Mit: Barbara Bircher, Grit Burmeister, Manfred Effinger, Moritz Höhne, Hans-Harald Janke, Jan-Patrick Kern, Franziska Kleinert, Wolfgang Lang, Jenny Lau, Martin Lindner, Malte Nagel, Joachim Neumann, René Schappach, Rita Seredßus, Nele Winkler, Michael Wittsack, Bühne: Angelika Dubufe, Kostüme und Maske: Beatrix Brandler, Regie: Gisela Höhne

EUR 13 / 7 ermäßigt


Ein Wochenende. Zwei Festivals. Ein Theaterfest!
20. September, 14.30-19.30 Uhr
21. September, 14.00-17.30 Uhr
KUZ und Malakoff-Terrasse

Zwischen KUZ und Malakoff-Terrasse machen „no strings attached“ und „Grenzenlos Kultur“ am 20. und 21. September gemeinsame Sache und ganz anderes Theater, bei dem ein tanzender Schaufelbagger, Rotkäppchen und ein bis unter das Dach beladener holländischer Wohnwagen tragende Rollen spielen. Umsonst und draußen! Mit:

Das Helmi – Internationale Puppenbühne Berlin (D)
SA: 14.30 Uhr, Rotkäppchen, 16.30 Uhr, Schneewittchen,
18.30 Uhr, Ödipus
SO: 14.30 Uhr, Die Sieben Geisslein, 16.15 Uhr, Schneewittchen
Dem Helmholtzplatz in Berlin sei Dank: Es gibt Das Helmi! Die mittlerweile international gefeierten Puppenbastler haben an einem Tresen angefangen und nunmehr ein Repertoire, das viele Stadttheater erblassen lässt. Ihre Figuren fallen über altbekannte Stoffe her, zitieren und persiflieren ohne Scheu. Sie sind Clowns, Schlawiner und Anarchisten - und vor allem fällt ihnen selbst in der verfahrensten Situation immer noch ein Ausweg ein. Das Helmi wurde im letzten Jahr mit 10 Produktionen zum Theaterfestival Impulse, einem der wichtigsten Theatertreffen im deutschsprachigen Raum, eingeladen. Für „Grenzenlos Kultur“ zeigt das einmalige Berliner Puppen-Volkstheater am Samstag und Sonntag im Rahmen des Theaterfestes vier Klassiker in überraschender Bearbeitung für Kinder und Erwachsene. (Am Sonntagabend zeigt Das Helmi zudem den preisgekrönten Puppenthriller „Leon der Profi“ im KUZ.)

Rotkäppchen
SA: 14.30 Uhr
Die Oma ist krank und allein im Wald und die Mutter hat sich den Fuß verstaucht, also muß Rotkäppchen den Job übernehmen. Soweit ist die Geschichte bekannt. Doch was dann alles im Wald passiert, damit hat niemand gerechnet. Rotkäppchen ist ein wahrer Tausendsassa und hat vor nichts Angst, und am Ende kommt auch noch der kleine Bruder hinzu und die Oma verliert ihre Perücke...
Von und mit: Brian Morrow, Florian Loycke und Emir Tebatebai

Schneewittchen
SA: 16.30 Uhr, SO: 16.15 Uhr
Wenn sich eine ätherische Schönheit mit einer Nadel sticht, ein Blutstropfen in den Schnee fällt, ein Wunsch entsteht und die Mutter im Kindbett stirbt, dann ist ein Schicksalskind geboren. Es fordert die bösen und die guten Kräfte des Universums heraus, die sich einen atemberaubenden Kampf liefern. Die Königin, femme fatale, frisst das falsche Herz. Das depressive blinde Gesicht sieht die Wahrheit. Das Helmi spielt zu fünft mit viel französischer Musik und zwei weiblichen Gaststars. „Schneewittchen“ ist ein Frühlingsstück, ein Wiederauferstehungswerk, ein Passionsspiel der Macht. Der Schnee schmilzt weg, die Toten ruhn, und wer noch nicht gestorben ist, macht sich auf die Socken nun.
Von und mit:_Michelle Bray, Solène S’il-Vous-Plait, Emir Tebatebai, Florian Loycke, Brian Morrow

Ödipus
SA: 18.30 Uhr
Der wahre ungeheuerliche Schrecken der Ödipusgeschichte wird hier in atemberaubernder Verzerrung von über 30 Figuren dargeboten. Aber das Helmi nimmt seine Geschichte ernst, stellt sich auf die Seite dieses Gebeutelten: Ödipus hat den Humor des Chancenlosen. Mit einer gesunden Mischung aus Neid und Verbitterung. Ödipus zeigt, wie einer über sich, über seinen Schmerzenmenschen hinauswächst. Am Ende wird er sanft umarmt, als entschuldigten sich die Götter für das Leid, das sie ihm angetan haben.
Von und mit: Brian Morrow, Florian Loycke und Emir Tebatebai

Die Sieben Geisslein
SO: 14.30 Uhr
Die Sieben Geisslein sind sieben Freunde, die auf die Mutter_und auf das Frühstück warten. Sie heissen Felix, Robert, Stielauge, Kuschelfranz, Einstein, Fliege und _Benjamin. Doch wer dann kommt, ist nicht die Mutter und will selber frühstücken…_Ein Gruselkrimi für Kinder: Wer kommt durch die Tür und wer sitzt im Schrank… Für Kinder ab 2 Jahren
Von und mit: Brian Morrow, Florian Loycke und Emir Tebatebai
 

Compagnie Scopitone (F): Ze Patrecathodics (Deutschlandpremiere)
SA: ab 15.00 Uhr, SO: ab 14.00 Uhr

Das Theater ist ein Wohnwagen, die Bühne ein alter, seines Innenlebens beraubter Fernseher, der Soundtrack kommt vom Mister Hit-Plattenspieler. Hier werden Märchen neu erfunden und aufgelegt. Rotkäppchen aus Elektroschrott und der mechanische Wolf, das Mädchen mit den Sicherheitsstreichhölzern – das sind die B-Seiten der alten Geschichten im Remix. Nur für ein kleines, erlesenes Publikum!

Dauer: ca. 15 Minuten pro Vorstellung, in leicht verständlicher englischer Sprache


Theater Maatwerk (NL): De Camping
SA: 15.00 Uhr, SO: 15.00 Uhr

Hollands wunderbares, einmaliges, integratives Theaterensemble kommt diesmal mit dem Campingwagen. Urlaub! Mit einem bis unters Dach beladenen Wohnwagen geht es los ... zum Campingplatz! Freiheit, Geselligkeit und das Gefühl, vollkommen mit der Natur verbunden zu sein. Die Rolle Toilettenpapier unter dem Arm, der entspannte Aufbau des Vorzeltes, das fröhliche Anfeuern des Grills – herrlich. Doch die Idylle täuscht. Harte Arbeit wartet stattdessen auf die Urlauber – schuften, schwitzen, schimpfen, ausgeschimpft werden, mit dem Platzverwalter und all seinen Campingvorschriften klarkommen. Und dann mischen sich auch noch merkwürdige Gruppen unter das Campingvolk und zetteln einen skurrilen Talentwettbewerb an. Wer wird das Publikum für sich gewinnen können? Das abschließende Grillfest sorgt in jedem Fall für ein explosives Ende. Urlaub … traumhaft … auf zum Campingplatz!

Mit: Johan Boekhout, Koert Dekker, Jack Edelbroek, Patrick Ferwerda, Carla Heijboer,
Jelmer Kempen, Milton Oliviera Soares, Terence Patra, Fernando Ramos, Anet Rijkers,
Saskia Spierenburg, Petra Tanis en Amber, Ronald Timmers, Jos Tournier, Jansen van
Galen, Miriam van Rossum, Elvira Vink, Konzept und Regie: Maurice de Jong


Compagnie Beau Geste (F): Transports Exceptionnels
SA: 16.00 + 19.00 Uhr, SO: 14.00 + 17.00 Uhr

Eine Choreographie für einen Tänzer und einen Schaufelbagger, eine getanzte Romanze zwischen Mensch und Maschine. Ein Werkzeug, das sich scheinbar autonom bewegt, eine Schaufel, die gleich einer Hand den Tänzer trägt, erhebt und beschützt. Ein zum Leben erweckter Baggerarm, der seinem Gegenüber folgt oder ihn verfolgt. Eine märchenhafte Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen Wesen – doch wer ist die Schöne, wer das Biest?

Tanz: Philippe Priasso, Baggerführer: Eric Lamy/William Defresne, Technische Koordination: Gisèle Gréau, Choreographie: Dominique Boivin

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen unter freiem Himmel ist frei!


Showcase Beat Le Mot: Der Räuber Hotzenplotz
von Otfried Preußler, für Menschen ab 6 Jahren
Sonntag, 21. September, 16.00 Uhr
Montag, 22. September, 10.00 Uhr

Er besitzt reichlich Waffen, schnupft, trinkt und klaut der Großmutter die singende Kaffeemühle. Sieben Messer und eine Pistole gehören zu seiner Ausrüstung, und als gerissenster Räuber der Kinderbuchgeschichte ist er endlich wieder auf einer Bühne zu sehen: Ragga Hotzenplotz!__Die Zähne klappern, das Schießpulver macht sich selbstständig und der Duft selbstgemachter Hotdogs erfüllt den Raum, während Zauberer Petrosilius Zwackelmann und Räuber Hotzenplotz Kasperl und Seppl in ihren Verstecken gefangen halten.__Showcase Beat Le Mot lädt zum Tanz mit dem Räuber: dicke Raggariddims und fette Zauberei zeigen uns seine Welt als die einzige Alternative zu der hiesigen... Erstmals wagt sich die bundesweit gefeierte Theater- und Performancegruppe an einen Klassiker der Kinderliteratur – und wird auf dem Theaterfestival Impulse 2007 mit dem Preis des Goethe-Instituts ausgezeichnet!

Regie, Bühne, Kostüme, Performance, Songs: Showcase Beat Le Mot / Nikola Duric, Thorsten Eibeler, Dariusz Kostyra, Veit Spengler. Eine Koproduktion von Showcase Beat Le Mot mit dem Theater an der Parkaue Berlin und dem Forum Freies Theater Düsseldorf. Gefördert durch Mittel des Hauptstadtkulturfonds.
In Kooperation mit Kids-im-KUZ, im Rahmen des 16. Mainzer Kinder Theater Festivals.

Euro 6 Einheitspreis


Das Helmi – Internationale Puppenbühne (Berlin/D)
Leon der Profi frei nach Luc Besson
Sonntag, 21. September, 20.00 Uhr

Leon ist ein Killer und ein Philosoph, der mit seinen Aphorismen überrascht. Zusammen mit dem Waisenkind Mathilda und seiner Pflanze hat er sich seine eigene Welt aufgebaut. Gary Oldman ist der Feind. Ein korrupter Cop, ein Junkie-Spießer, ein zerstörtes Kind, das andere Kinder zerstören will. Gut und Böse treffen in der Berliner Unterwelt zu einem gnadenlosen Duell aufeinander. Eine Filmadaption in Schaumstoff mit eigenen Charakteren, eigener Musik, eigener Philosophie und Poesie, basierend auf dem gleichnamigen Thriller von Luc Besson. Beim Theaterfestival Impulse 2007 wurde „Leon der Profi“ mit dem Dietmar N. Schmidt-Preis für eine herausragende künstlerische Einzelleistung ausgezeichnet: „Aus den absonderlichsten Restmaterialien zusammengefügt, sehen wir hier ein Geschöpf von einem ergreifenden Reichtum intensivsten Ausdrucks: Mit der verranzten Grazie von Leon scheint die Dunkelheit und Schwäche der Welt selbst zum Programm zu werden. ... Und so entstehen brüchige Lebensformen, deren Gefährdung an den Puppen mit Händen zu greifen ist.“

Von und mit: Florian Loycke, Brian Morrow, Emir Tebatebai

Euro 13 / 7 ermäßigt (die Eintrittskarte gilt auch für das Konzert von Bernd Begemann!)


Bernd Begemann Solo-Konzert
Sonntag, 21. September 21.00 Uhr

Bernd Begemann wird als der Doyen der deutschsprachigen, intelligenten Gegenwartsmusik bezeichnet, als Vater der Hamburger Schule, als der FC St. Pauli des deutschsprachigen Liedguts. Er gilt als Deutschlands Underground-Entertainer Nummer eins (SZ) und als in diesem Lande vollkommen einzigartig. Begemann selbst bezeichnet sich schlicht als „Pop-Musiker im weitesten Sinne“. In jedem Fall liegt seine Musik irgendwo zwischen Blumfeld, Rocko Schamoni und den Sternen und er singt Lieder, „die emotional schütteln und enorm grooven, obwohl sich nix reimt“.

Euro 7 / 5 ermäßigt (freier Eintritt mit der Eintrittskarte für Leon der Profi!)


Steven Lee Beeber / Doris Akrap + Max Müller
Die Heebie-Jeebies im CBGB´s – Die jüdischen Wurzeln des Punk
Lesung und Konzert
Montag, 22. September, 20.00 Uhr

Punk ist jüdisch? Diese Frage beantwortet der amerikanische Publizist Steven Lee Beeber in seinem Buch „Die Heebie Jeebies im CBGB´s“ uneingeschränkt mit „JA“. Ausgehend von den ganz frühen Jahren von Punk und Wave in New York untersucht er die jüdische Gemeinde des Big Apple auf ihre künstlerische Kreativität, die sich in so unterschiedlichen wie stilprägenden Bands und Interpreten wie Lou Reed, Lenny Kaye, Jonathan Richman, Blondie und Suicide nicht nur in die Geschichte der Popkultur einschreiben sollte. Den deutschen Part übernimmt die Übersetzerin Doris Akrap und mit entsprechenden Musikeinspielungen wird die Veranstaltung passend multimedial ergänzt.

Im Anschluss an die Lesung wird der in Berlin lebende Autor, Sänger und Musiker Max Müller eines seiner ganz seltenen Solo-Konzerte geben und sein neues Album mit dem epochalen Titel „Die Nostalgie ist auch nicht mehr das was sie mal war“ vorstellen – zumeist kleine elektronische Miniaturen, in denen er seine unmittelbare Lebenswirklichkeit auf das Trefflichste kommentiert.

Die Veranstaltung wird mit einem Grußwort von Peter Waldmann, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, eröffnet. In Kooperation mit dem Ventil Verlag.

Euro 8 / 6 ermäßigt


1968
Szenisches Projekt der Theaterwissenschaft Uni Mainz
Dienstag, 23. September, 20.00 Uhr


Von der Gründung einer Kommune über die Suche nach dem richtigen Leben im falschen bis zum Stricken eines Rudi-Dutschke-Pullovers für die kommende Gesellschaft – verzweifelte, hartnäckige, ratlose, utopische, hoffnungsvolle, komische, traurige und entwaffnend ehrliche Versuche der heutigen Studentengeneration, sich einer inzwischen 40 Jahre alten politischen Bewegung anzunähern. Die Studierenden der Mainzer Theaterwissenschaft „philosophieren über sich und die Welt, sie kochen und essen gemeinsam, diskutieren und machen Happening. Kommunen-Romantik als Selbstversuch.“ (SPIEGEL online) „Extrem sehenswert!“ (Campus TV)

Im Anschluß an die Aufführung Publikumsgespräch mit Rainer Langhans (Mitbegründer der Kommune 1 und Symbolfigur der 68er-Bewegung)

Von und mit: Verena Caspers, Yi-Lun Chen, Christiane Czymoch, Julia Diestelhorst, Erik Eisenhauer, Sandra Ewert, Esther Fehse, Barbara Frazier, Natascha Frumkina, Vera Hahn, Miriam Hecky, Sebastian Hilscher, Benjamin Hoesch, Jennifer Hofmann, Victor Huerta, Nora Junghanß, Torsten Klöss, Phillip Koban, Monika Kosik, Lena Ludwig, Florian Mania, Helene Montag, Nils Naggatz, Vera Neugebauer, Elena O'Connor, Anna Scherer, Felix Schiller, Oliver Schmitt, Fabian Schwab, Karin Sondermann, Anastassia Stroeva, Jana Temminghoff, Cordula Tippel, Dorothea Volz, Filippa Wagner, Claudia Weitzel, Heike Wintz, Regie: Marcel Bugiel
Ein szenisches Projekt von Studenten der Theaterwissenschaft der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, in Kooperation mit der Fachhochschule Mainz, Studiengang Kommunikationsdesign. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.
Leitung: Marcel Bugiel und Heike Wintz
 
Euro 13 / 7 ermäßigt


Theater RATTEN 07 (Berlin/D)
Nachtasyl von Maxim Gorki
Mittwoch, 24. September, 20.00 Uhr

In Maxim Gorkis Theaterklassiker „Nachtasyl“ treffen Gestrandete aus allen Gesellschaftsschichten in einer schäbigen Pension aufeinander. Geblieben sind ihnen nur ihre Träume. Jeder versucht, sich in dieser Zwangsgesellschaft durchzusetzen, den anderen für sich in Anspruch zu nehmen, erfahrene Erniedrigung weiter zu  geben, Geschlagene zu schlagen, Missbrauchte zu missbrauchen. Diese „Szenen aus der Tiefe“, wie Gorki sie nannte, hat das Ensemble RATTEN 07 zu einem eindringlichen wie spannenden Abend verdichtet. Die Bühne wird beherrscht von einem überdimensionalen Schrank, in dem 14 Menschen schlafen, essen, leben. Jeder von ihnen trägt in sich die Hoffnung auf  Veränderung. Diese durch eigenes Handeln zu erzwingen, gelingt nur einem. Das legendäre Berliner Obdachlosentheater, das zehn Jahre an Frank Castorfs Volksbühne Asyl bekam, steht hingegen als nunmehr obdachloses Theater RATTEN 07 auf eigenen Beinen.

Mit: Abel vom Acker, Ahmad, Anne-Ly, Christa, Christine, Dieter, Fredericc, Heinz, Ike, Jan, Monster, Peter, Timbuktu, Bühne und Kostüme: Christine Köstermann, Regie: Gunter Seidler

Euro 13 / 7 ermäßigt


Alexanderplatz
Hörspiel frei nach Alfred Döblin, Festivaleigenproduktion
Mittwoch, 24. September, 22.00 Uhr

Einen Tag lang sind Marcel Bugiel und Gregor Schwellenbach auf den Berliner Alexanderplatz gegangen und haben dort Alfred Döblins legendäres Hörspiel aus den 20er Jahren noch einmal aufgenommen – mit den Leuten vom Alexanderplatz selbst: mit Einkaufenden, zufällig Vorbeigehenden und im angrenzenden Park sitzenden Liebespaaren, mit Obdachlosen und Touristen, Parkhausbenutzern und Hotelangestellten, Verkäufern und Punks, Kneipengästen und Rentnern, einem Karikaturenmaler und einer kompletten Schulklasse. Die Geräusche stammen von den vorbeifahrenden Trambahnen, die Musik kommt von den Straßenmusikern, die zufällig vor Ort waren. Eine ungewöhnliche und höchst unterhaltsame Auseinandersetzung mit einem der größten deutschen Romane des zwanzigsten Jahrhunderts und zugleich eine spannende Hör-Reise über den Alexanderplatz zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Bei schönem Wetter findet die Hörspielpremiere im KUZ-Garten statt – unter Bäumen und freiem Himmel.

Festivaleigenproduktion von Marcel Bugiel und Gregor Schwellenbach

Eintritt frei


Theater Thikwa (Berlin/D): Orlando
Donnerstag, 25. September, 20.00 Uhr
Freitag, 26. September, 20.00 Uhr

Über Männer, die wie Frauen und Frauen, die wie Männer singen, über Zwischen- und Schwebezustände menschlicher Befindlichkeit auf der Suche nach Individualität und Neubeginn - Wartesäle des Lebens und Wünschens. "Seine Gestalt vereinte die Kräftigkeit eines Mannes mit der Anmut eines Weibes... ob also Orlando mehr Mann oder mehr Weib war, das lässt sich schwer sagen", heißt es in Virginia Woolfs Roman. Inspiriert von diesem Klassiker der Weltliteratur verlässt Theater Thikwa die Welt der festgelegten Geschlechterrollen, singt und erspielt sich die Zwischenräume, die Wartesäle der Engel, der Androgynen. Dass die Schauspieler sehr viel Humor haben, macht Orlandos Zeitreisen nur um so bunter. Und so entsteht das Bild, das Tomasi di Lampedusa über den Roman seiner Zeitgenossin schrieb: "eine phantasievolle Erzählung voller Satire und farbiger Details".

Mit: Martina Couturier, Ronny Dollase, Ricki Eden, Ruth Geiersberger, Cornelia Glowniewski, Torsten Holzapfel, Janette Lange, Tim Petersen, Musik: Alfred Mehnert, Kostüme und Ausstattung: Gerlinde Altenmüller, Regie: Martina Couturier

Euro 13 / 7 ermäßigt (die Eintrittskarte gilt auch für Max und Moritz!)


Theater Thikwa (Berlin/D):
Max und Moritz
Donnerstag, 25. September, 22.00 Uhr

„Ach, was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen“ – Tierquälerei, Diebstahl, Körperverletzung, Sprengstoffanschlag fanden Buschs Mehrfachtäter – „ ... viel bequemer, als in Kirche oder Schule, festzusitzen auf dem Stuhle." Torsten Holzapfel und Peter Pankow bieten dabei ihre ganz eigene augenzwinkernde Sicht der Dinge. Trotz Rollenwechsel und Anklängen an Stan Laurel und Oliver Hardy oder Becketts Wladimir und Estragon sind die beiden dabei so deutsch wie ihr berühmter Erfinder. Eine anarchische Hommage an Wilhelm Busch. „Kongenial!“ (zitty Berlin)

Mit: Torsten Holzapfel und Peter Pankow, Kostüme: Gerlinde Altenmüller, Konzept und Regie: Günther Grosser

Euro 7 Einheitspreis (freier Eintritt mit der Eintrittskarte für Orlando!)


Erdmöbel
No. 1 Hits-Konzert
Samstag, 27. September, 20.00 Uhr

Seit Jahren sind Erdmöbel mit heimlichen No. 1 Hits aus eigener Feder erfolgreich unterwegs. Mit ihrem aktuellen Album „No. 1 Hits“ hat sich die Band jedoch an die Spitze der Hitparaden der Welt gewagt und sich nur die ganz großen Hits vorgenommen: Nirvana, Kylie Minogue, Vengaboys, Bee Gees, Tom Jones, Kraftwerk … „Geht nicht!“ ist da der erste Impuls. Doch Erdmöbels Devise ist: „Geht nicht? – Dann mal los!“ Und wie schon so oft bei den seltsamen Kölnern scheint das Unmögliche wie von leichter Hand gelöst. Am Ende ist ein Wunder geschehen. Die Charts der Welt werden bevölkert von umwerfenden Melodien mit herzergreifenden deutschen Texten. Dir ist, als hörtest du sie zum allerersten Mal, und manche beim Radiohören schon oft bewusstlos mitgesummte Zeile bekommt plötzlich neue Bedeutung, wirkt irritierend oder einfach nur wunderschön oder meistens beides. So die Adaption von Kylies „Can’t Get You Out Of My Head“: Unwiderstehliche Tanzmusik wie das Original, aber das berühmte „Lalala“ singt der Erdmöbelchor.

Euro 10 Einheitspreis